Hier ist ein kurzes Tagebuch zu unserem 24 Stunden Casemod von der DCMM 2010 auf der Gamescom in Köln.
Eines vorweg… wir haben während des Baus nicht so viele Fotos machen können, da wir uns hauptsächlich mit den einzelnen Arbeitsschritten befasst haben. Wir werden alle Fotos nachtragen, die wir noch so finden.
Die Vorgeschichte:
Während dem be quiet! Casecon Contest haben der Patrick und ich oft in seinem Chat über Modding und die Welt gelabert und eines Tages hat mich der Patrick gefragt, ob ich eine Idee für einen 24h Casemod hätte. Als ich ihm dann die Bilder geschickt habe, hat er mich gefragt, ob ich Lust hätte mit Ihm am Livemodding Wettbewerb mitzumachen.
Die Vorbereitung:
Bei der Auswahl des Designs war es schon ziemlich klar. Gleich das erste hat dem Patrick am besten gefallen, und obwohl es das schwierigste war hat ihm keins was ich ihm seit dem geschickt habe besser gefallen, auch Abänderungen um es einfacher zu machen haben ihm nicht gefallen. Also auf die harte Tour. Im Nachhinein war mir klar, dass er Recht haben sollte und das Case ziemlich fett aussieht, wenn es in echt dasteht. Also haben wir uns auf meinem Teamspeakserver und im ICQ immer wieder zusammengetan um die einzelnen Sachen und Vorgehensweisen zu besprechen. Ich habe dann schon mal das Design mit allen Abmessungen auf der Basis eines Coolermaster Elite bzw. Xigmatek Asgard finalisiert. (Ich habe gedacht, das wir wahrscheinlich eines der beiden Cases (oder zumindest ähnlich) zur Verfügung gestellt bekommen)
Ca. 2 Wochen vor der DCMM hat der Veranstalter uns mitgeteilt, dass wir ein
Techsolo MO-09modden sollen.

Für uns war das nicht so toll, da das Ding ein kleines, billiges Sche*ßding ist. Also mussten wir unsere Vorbereitungen auf das neue Case anpassen. Dann sind wir mal alle Schritte im Kopf durchgegangen die wir so brauchen werden und haben uns notiert, was für Werkzeug und Material wir brauchen werden. Damit haben wir dann noch zusätzlich Zeitpläne und Materialpläne aufgestellt. Als dann auch alle Abmessungen der Teile feststanden konnten wir das Einkaufen, was noch fehlte und Packen
Der Patrick hat ein sehr imposantes Bild von seinem (überladenen) Auto gemacht. :0)

Am Dienstag-Abend gings dann auf nach Köln. Jeder in der Hoffnung dass der andere nichts Wichtiges vergessen hatte.
Unser Ziel:
Da wir vorher noch nie was zusammen gebaut haben und es unsere erste Teilnahme an der Livemodding Challenge ist, ist unser Ziel einfach „nur“ fertig zu werden. In der Theorie war unser Konzept machbar, aber ob es in der Praxis und unter Druck klappen sollte war noch offen.
Dienstag Nacht:
Bei der Ankunft der erste Schreck. Kein Hotelparkplatz. Das „Hotel“ (Backpacker-Hostel) ist mitten in der Stadt und die einzigen Parkplätze sind direkt an der Straße in einer gut frequentierten Straße in nicht gerade der besten Gegend Kölns. Im Auto einige tausend Euro Hardware und Werkzeug… Ich war natürlich der letzte in Köln und bei der Ankunft haben die anderen gleich vom „Hotel“ erzählt… 6-Mann Zimmer mit einer Dusche-Klo/Gang (ca.10 Zimmer) Zumindest sind die anderen Modder alle in einem Zimmer gelandet. Als ich dann einchecken wollte kam der Schreck… ich war in einem Zimmer mit fünf fremden Leuten. Also nix mit dem wichtigsten Zeugs mit rauf nehmen ins Zimmer. Zum Glück waren die anderen Teilnehmer sofort bereit und mich aufzunehmen. (Dafür bin ich euch unendlich dankbar!!!) Also Matratze ins andere Zimmer schleppen und auf dem Boden pennen. Genau die richtige Entscheidung, denn wir hatten trotz allem eine riesige Gaudi.
Mittwoch:
Früh das „Frühstück“.. ach das kann jemand anders erzählen. :0)
Also los gings…. auf zur Gamescom, wo die Filmcrew von Galileo schon auf uns wartete. Es folgte eine kurze Besprechung mit Galileo und Verkabelung mit Mikros und co. Dann haben Patrick und ich nochmal alles kurz durchgesprochen und schon lief die Uhr.
Während Patrick die MDF-Teile für die Unterkonstruktion ausgesägt hat, hab ich das Case zerlegt. Patrick hat seine Arbeit wie immer super geil gemacht und hatte ratz-fratz alle Teile supergenau ausgesägt. Naja ich hab mich gleich am billigen Gehäuse geschnitten. Ein kleiner Schnitt in die Daumenspitze. Nicht tief und tat nicht weh. Aber da kam Blut raus ohne Ende, was dem Kameramann anscheinend sehr gefiel. Ich hätte wetten können dass das im Beitrag auftauchen würde, so viel wie die den Daumen gefilmt haben. Das Case hatte eine ziemlich fiese Stelle an der I/O-Blende - Scharf wie ein Messer. Irgendwann war dann das Case zerlegt und die Nieten aufgebohrt. Der Daumen hat auch einen Pflaster bekommen. Alles im Zeitplan.
Dann haben wir das Untercase zusammen verschraubt und verleimt. Danach haben wir die Scharniere so abgeändert, dass wir sie für unser Case verwenden könnten. Nachdem wir das Scharnier ausgerichtet hatten gingen die Schleifarbeiten am MDF los. Die Unterseite musste so gefeilt werden, dass die Acrylglasteile später gut dran passen. Die Kanten an der sich das Gehäuse aufklappen lässt mussten angeschrägt werden, damit wenn der Lack drauf ist es noch gut zugeht.

Patrick hat noch das große Lüfterloch in der Front gebohrt und ich habe die Löcher für die Verkabelung gebohrt. Während ich noch ein wenig das Untercase gefeilt und geschliffen habe hat Patrick schon mal die Acrylglasleisten zurechtgesägt. Diese haben wir dann an das Gehäuse geklebt.

Jetzt konnte Patrick die ganzen Acrylglasteile für die Unterseite machen. Diese Teile wurden mit Baukleber an das MDF und die Kanten wurden untereinander mit Acryfix festgemacht.

Der Abschluss des ersten Tags machte die große Acrylglasplatte die die Front und Seiten werden sollte. Während Patrick die Platte zu recht gesägt und gefräst hat. Hab ich schon mal unsere Biegevorrichtung aufgebaut. Es war einfach genial, wie gut das Biegen geklappt hat. Die Platte wurde nach dem biegen mit vier Spax und Baukleber am Obercase befestigt. Es sollte auch die letzte Arbeit des ersten Tages werden. Acht Stunden waren rum und unser Resümee war durchweg positiv. Wir lagen gut im Zeitplan, konnten eine super Qualität vorweisen und das Galileo-Team hat nicht so arg gestört, wie wir eigentlich befürchtet hatten.