Hiho
Vielen Dank für das super Feedback!
@Locutus: Ich habe lange darüber nachgedacht, die Schaltung digital aufzubauen, hab mich letztenendes aber dagegen entschieden. Erstens weil der Bau wohl gleichlang gedauert hätte, da ich erst alles lernen hätte müssen, zweites mag ich analoge Schaltungsmassen
UPDATE:
Hier nun wie versprochen die Dokumentation der Herstellung des Plexiglas C's:
Begonnen habe ich mit dem Formenbau. Dazu habe ich zunächst die Formelemente der Biegungen hergestellt. Sie bestehen aus mehreren aufeinander geleimten Holzbretterstücken, die ich dann in Form geschliffen habe. Das Schleifen mit einem Bandschleifer dauerte je ca. eine halbe Stunde.
Ich habe alle Holzteile der Form mit Stoff bespannt, um das Plexiglas vor einer Maserung und Kratzern des Holzes zu schützen.
Die geraden Flächen der Form bestehen aus 20mm Mdf, diese habe ich ausgeschnitten und auch mit Stoff bespannt.
Dann habe ich alle Teile mit Winkeln auf eine Grundplatte geschraubt, dabei natürlich immer wieder alle Winkel und Maße kontrolliert.
Hier das Ergebnis:

Die Form hat eine Höhe von 16cm, auch wenn das Plexiglas nur 14,7cm breit ist.
Nun gings ans Biegen. Dafür habe ich einen Badheizstrahler aus den 70ern umgebaut. Dieser erzeugt genau die Temperatur die ich für das Biegen brauche (ca. 150°C). Leider ist er mit einem Stromverbrauch von ca. 1,5KW nicht grad sparsam

Nach einigen Tests hatte ich den optimalen Abstand zum Plexiglas herausgefunden, und konnte die Heizvorrichtung bauen:
Diese besteht eigentlich nur aus einer Tischplatte auf zwei Böcken, einem Balken der unter der Platte quer verläuft und dem Heizstrahler an einem Brett auf zwei Türmen aus alten Steinen. Die Matte unter dem Strahler ist eine Hitzeschutzmatte aus dem Heizungsbau, sie schützt die Tischplatte. Die Handtücher schützen das Plexiglas vor der rauen Tischplatte.
Das Plexiglas das ich für das C gebogen habe, ist ein 10mm starkes Stück, 14,7 mal 100 cm lang, Santice Plexiglas, Farbe SnowWhite.
Da das Biegen an sich sehr stressig war habe ich davon kaum Bilder machen können.
Zunächst habe ich die Position des Stückes auf der Form festgelegt und mit einem Anschlag sichergestellt, das ich die richtige Stelle des Plexiglases erwärme.
Dann habe ich das Plexiglas ohne Schutzfolie unter den Strahler gelegt und insgesamt 14 Minuten erwärmt. Dabei habe ich das Plexiglas alle Minute gewendet, damit es sich gleichmäßig erwärmt. Als das Plexiglas dann wachsweich war, habe ich es mit ein wenig Hilfe zunächst auf der einen Seite mit einem Hilfsbrett an die Form gedrückt um dann den herausstehenden Teil herumzubiegen und dann auch zu befestigen. Dies gelang nicht sofort, ich habe mit Handschuhen zusätzlich dann noch das weiche Plexiglas an die Form drücken müssen, sonst wäre der Radius nicht gleichmäßig geworden.
Nach über einer Stunde war das Plexiglas erkaltet und ich konnte es aus der Form nehmen.
Dank der exakten Form war der Winkel ziemlich genau 90°.
Für die zweite Biegung musste ich die Biegevorrichtung umbauen, da der bereits gebogenen Teil um die Rückseite zu erwärmen nach unten zeigen muss. Aus diesem Grund habe ich die Form an das Ende des Tisches gebaut.
Damit der bereits gebogene Teil nicht wieder weich wird und die Form verliert, habe ich ihn mit einem Brett mit Alufolie vor der Hitze geschützt.
Dann folgte das gleiche Prozedere wie beim ersten Mal.
Nach wieder 13-14min war das Plexi weich, ich habe es dann wieder gleich in die Form eingespannt und gebogen.
Insgesamt muss ich sagen, das das Biegen sein sehr stressiger Vorgang war. Da ich nur dieses eine Stück Plexiglas hatte, war es quasi mein einziger Versuch. Ich bin froh, das alles geklappt hat, hier die Bilder des Ergebnisses:
Nun gings an die Bohrungen für die Schrauben die den Inneren und den Äußeren Teil miteinander verbinden.
Dazu habe ich erst die Position des Innenteils getestet:
Dann die Position der Löcher festgelegt:
Um die Löcher dann zu bohren, musste ich meine Standbohrmaschiene umbauen, sonst hätte das C nicht darunter gepasst:
Nebenbei dann die Gewindestangen zugeschnitten, sie haben die Größe M5. Damit die Muttern nicht das Plexiglas zerkratzen, habe ich mir provisorische Unterlegscheiben aus Moosgummi gebastelt. Diese werde ich noch durch rundere und exaktere ersetzen.
Nachdem die Löcher dann gebohrt waren (Ich habe mit viel Kühlung und sehr langsam gebohrt, deswegen brauchte ich pro Loch 5 min) konnte ich die Teile zusammensetzen.
Da soweit alles gehalten hat, habe ich die Hardware für einen Gleichgewichtstest eingebaut:
Das Gleichgewicht ist echt gut zwar neigt sich der Innenteil an der Vorderseite durch das Gewicht um ca. 1mm nach unten, das kann ich aber mit den Schrauben hinten wieder ausgleichen. Ansonsten steht das C stabil, man muss es vorne ein ganzes Stück anheben um es nach hinten aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Weiter gings mit dem Loch für die Kabel an der Rückseite des C's. Ich habe hier den Plan ein wenig geändert und den länglichen abgerundeten Ausschnitt durch ein Loch mit einem Radius von 6cm ersetzt, um die Statik und die Stabilität nicht zu gefährden.
Auch dieses Loch habe ich mit sehr viel Kühlung (ca. 1L Wasser) und sehr langsam (20 min) gebohrt. Dafür ist es dann sehr gleichmäßig und genau geworden, ich musste kaum nachschleifen.
Hier die Bilder des C's in seiner fast fertigen Form:
Soweit zum Bau des C's. Es folgen noch kleine Füße an der Unterseite, an denen ich grade arbeite.
Bis neulich,
Schönen Gruß
PS: 43 Bilder

Neuer Rekord!