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Roland Quandt für WinFuture.de
Microsoft droht neuer Ärger mit den Wettbewerbshütern. Dieses Mal ist Taiwan der Ort des Geschehens. Die dortige Verbraucherschutzorganisation CF (Consumer's Foundation) hat laut Medienberichten in der letzten Woche Beschwerde gegen Microsoft eingelegt.
Die CF bemängelt ihn ihrer Beschwerde gegenüber der taiwanischen Wettbewerbsaufsicht, dass Microsoft Windows XP seit Ende Juni nicht mehr im regulären Handel vertreibt. Angeblich will der Softwarekonzern die Kunden so gegen ihren Willen dazu zwingen, Windows Vista zu erwerben. Die Wettbewerbshüter sollen nun Strafmaßnahmen gegen Microsoft verhängen.
Der Vorsitzende der Taiwan Consumer's Foundation Hsieh Tien-jen forderte eine hohe Strafe wegen Behinderung des fairen Wettbewerbs im Markt. Die Wettbewerbsaufsicht will Microsofts Verhalten nun untersuchen. Sollte den Redmondern tatsächlich eine Verzerrung des Wettbewerbs durch den Verkaufsstopp von Windows XP nachgewiesen werden können, kann ein Geldstrafe in Höhe von maximal 25 Millionen Taiwan-Dollar die Folge sein - umgerechnet sind dies allerdings nur knapp 541.000 Euro.
Die Consumer's Foundation wirft Microsoft vor, die Rechte der Kunden zu verletzen. Bei Umfragen sei festgestellt worden, dass 67 Prozent der taiwanischen Kunden den Weiterverkauf von Windows XP wünschen. Die Aufforderung der CF, XP weiter zu verkaufen, hatte Microsoft Ende Juni ausgeschlagen.
Auch für die taiwanischen Hardwarehersteller, eine der wichtigsten Industrien des Landes, soll der Verkaufsstopp von Windows XP nach Angaben der CF schwerwiegende Folgen haben. Die örtliche Kundschaft würde angesichts des ungeliebten Windows Vista möglicherweise auf Upgrades ihrer PC-Hardware verzichten, was dem Hardware-Markt schaden könnte, warnten die Verbraucherschützer.
Microsoft Taiwan reagierte bisher eher zurückhaltend und verwies auf die Vorgaben der Konzernzentrale in Redmond, die Teil der globalen Strategie des Unternehmens sind.