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Christian Kahle für WinFuture.de
Magomed Jewlojew, Betreiber der Webseite Ingushetiya.ru, wurde von der russischen Polizei erschossen. Die Publikation aus der südrussischen Teilrepublik Inguschetien war für ihre regierungskritischen Berichte bekannt.
Nach Angaben von Kollegen und dem Anwalt Jewlojews, nahmen die Behörden den Betreiber der Seite nach seiner Ankunft am Flughafen in Nazran fest und zerrten ihn in ein Polizeiauto. Später habe man ihn mit einer Schussverletzung in der Schläfe vor einem Krankenhaus aus dem Auto geworfen. Eine Notoperation blieb erfolglos.
Nach Darstellung durch die russische Nachrichtenagentur Interfax sollte Jewlojew im Zuge von Ermittlungen über einen bisher nicht aufgeklärten Anschlag verhört werden. Im Auto habe sich dann während eines Handgemenges der Schuss gelöst.
Russische Bürgerrechtler wollen dem aber keine Glauben schenken und sprechen zum Teil von einer regelrechten Hinrichtung. Immerhin würden die Behörden bereits seit Monaten versuchen, das oppositionelle Angebot zu schließen. Auf der Seite erschienen immer wieder Berichte über das gewalttätige Vorgehen von Polizisten gegen Zivilisten und kritische Reportagen über die Politik von Murat Sjasikow, Präsident von Inguschetien.
Die Chefredakteurin des Magazins, Rosa Malsagowa, hatte bereits Anfang August Russland verlassen. Sie ließ verlautbaren, in einem westeuropäischen Land politisches Asyl beantragen zu wollen. Zuvor wurde wegen ihrer Arbeit für das Nachrichtenportal von der Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Extremismus gegen sie eingeleitet.
Die Serie von Repressionen gegen Journalisten in Russland reißt damit nicht ab. Zuletzt wurde Anna Politkowskaja, die in der Nowaja Gaseta kritisch über den Tschetschenienkrieg berichtete, im Oktober 2006 in ihrer Wohnung erschossen. Paul Klebnikov, Mitarbeiter der russischen Ausgabe des Forbes-Magazins, wurde 2004 auf offener Straße von mehreren Kugeln getroffen.